Project Description

Laden...

Gedanken zum 2. Fastensonntag 2021

Gen 22,1-2.9a.10-13.15-18 Mk 9,2-10 / Sr. Christeta Hess ADJC

Zweimal führen uns Texte dieses Fastensonntags auf einen hohen Berg. Beide Male geht es um Gottesbegegnung.

Abraham geht mit Isaak zusammen auf den Gottesberg Moria, Jesus nimmt seine drei wichtigsten Jünger mit auf den Berg Tabor.

Abraham wird von Gott auf eine grausame Probe gestellt, Jesus will seine Jünger vorbereiten auf die kommende Passion.

Gotteserfahrung als Probe, Gotteserfahrung als Stärkung. Bei der Probe wird der angedrohte Tod verhindert, nach der Stärkung folgt der tatsächliche Tod des Gottessohnes – und dann die Auferstehung!

Diese Spannung wie zwischen den beiden Texten, Lesung und Evangelium, ist oft spürbar in der Auswahl von Texten im Gottesdienst. Ich möchte heute mehr zum Evangelium sagen, weil wir Spannungen genügend oder zu viele erleben in unserem Alltag, auch in der Kirche.

Und mir gefällt diese Taborgeschichte besonders gut. Für Jesus ist es gewiss ein großer Trost, mit den Propheten des ersten Bundes zu sprechen, von ihnen Stärkung und Verständnis zu erfahren. Das ist gut am Beginn seines Leidensweges, das ist gut auch für uns, diese Stärkung mitzuerleben.

Für die Jünger, so stelle ich mir vor, ist es wunderbar. Hier erleben sie Jesus als den, der mit Propheten spricht, der wirklich und auch für sie erfahrbar der geliebte Sohn Gottes ist.

Wie verständlich, dass sie diese Erfahrung festhalten, darin „wohnen“ möchten!

Geht es uns nicht oft auch so, dass wir schöne Erfahrungen festhalten, verewigen wollen?

Erfahrungen aber sind nicht bewohnbar.

Sie sollen eingehen in uns, sie sollen auf eine eigene Weise unser Leben prägen.

Weil wir diese Erfahrungen gemacht haben, können wir Zukünftiges besser bewältigen. Wir haben einen neuen Grund zum Vertrauen. Das kann dann besser sein als eine „Hütte“ auf dem Berg, es kann uns verwurzeln im Vertrauen und damit stärken für alles,

was Gott uns entgegenschickt –

immer zu unserem Heil und dem Heil vieler.