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Gedanken zum 4. Fastensonntag 2021

2 Chr 36,14-16.19-23; Eph2,4-10; Joh 3,16a.15 / Sr. Christeta Hess ADJC

Die drei Lesungen im heutigen Sonntagsgottesdienst sind recht unterschiedlich. Jerusalem ist zerstört worden, es wird klar gesagt, dass die Glaubenslosigkeit der Menschen den Grund für die Zerstörung darstellt. Dann beruft Gott den Herrscher eines fremden Volkes dazu, die Israeliten aus der Verbannung nach Hause zu schicken. Paulus schreibt im Brief an die Epheser von der göttlichen Gnade, die alle Menschen retten will, aus purer Gnade, nicht durch Verdienst. Und das Johannesevangelium berichtet von dem Nachtgespräch zwischen Jesus und Nikodemus.

Eigentlich braucht jede der Lesungen eine eigene ausführliche Auslegung. Das möchte ich hier nicht tun. Ich möchte mich konzentrieren auf den Gedanken, dass Gott „wohnt“ – im Gotteshaus gewiss, aber mehr noch in jedem Herzen, und in jeder Begegnung, die ihn als Partner im Gespräch zulässt.

Wir sind alle fähig zur Erfahrung, dass Gott bei uns ist – aus Gnade. Denn wir sind von Gott geschaffen, so auch offen für Gott, von Lebensanfang an. Und Gott liebt uns alle, Erschaffung wie Erlösung bestätigen das.

Wie steht das mit meinen Begegnungen mit Gott, der in mir ist? Nehme ich mir Zeit, bei mir selbst zu sein und Gott in mir zu finden? Derzeit können wir nicht so oft miteinander Gespräche führen, aber sind meine Gespräche wesentlich? Lassen sie mir wie meinen Partnerinnen und Partnern Raum zur Begegnung mit den Tiefen der Seele, wo Gott wohnt?

Ich möchte einen Text von Andreas Knapp hier anfügen – aus den „Gedichten zum Glauben“:

Glauben Sie
So werde ich gefragt
An den lebendigen Gott
Und ich antwortete
Ich lebe davon
Dass Gott an mich glaubt

Und was halten Sie
Von Jesus Christus
Und ich antwortete
Ich baue darauf
Dass er mich hält

Und was denken Sie
Vom Heiligen Geist
Und ich antwortete
Dass er uns beide tief verbindet
Mehr als wir uns denken können

Sr. Christeta Hess ADJC, Geistliche Beirätin