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Impuls zu den Evangelien am 1. und 2. Fastensonntag

Gedanken von Sr. Christeta Hess ADJC zu den Bibelstellen:

 Lk 4,1-13 und  Lk 9,28b-36

Die Lesungen der Fastensonntage sind für jedes Lesejahr die gleichen, sie gehören zur Fastenzeit, stimmen uns ein auf den Weg Jesu über den Ölberg und Kalvaria zur Auferstehung, die für alle von uns Wegweisung und Hoffnung ist.

Die Versuchungen Jesu, nach einer Fastenzeit in der Wüste, fern von den Menschen, aber mit menschlichen Empfindungen und auch der menschlichen Versuchbarkeit – er war ja wirklich Mensch und dazu gehört das eben auch – zeigen uns unsere eigene Schwäche und Fehlbarkeit. Alles haben wollen, allen können wollen, über alles herrschen wollen gehört zu den Grundschwächen, in denen wir zeigen, dass wir unsere Endlichkeit nicht wirklich angenommen haben. Jesus bleibt gottverbunden und deshalb stark als Mensch. Der Satan kann ihn nicht dazu bringen, seine Menschlichkeit, die Abhängigkeit von Gott, dem liebenden Schöpfer und Vater, aufzukündigen. So zeigt er uns den Weg: wir sind geliebte Geschöpfe, die ihre Vollendung in Gott finden, der uns Vater und Mutter ist.

Die Verklärung Jesu zeigt dann den zweiten wichtigen Aspekt. Als geliebter Sohn wird er hier gezeigt, im Gespräch mit den hoch verehrten Propheten der Frühzeit. Die Jünger, die das miterleben dürfen, sind starr vor Schrecken vor so viel göttlichem Glanz. Und dann ertönt noch die Stimme vom Himmel – machtvoll und erschreckend. Das Herrliche ist gleichzeitig das Schreckliche. Und dann dürfen sie einfach wieder Menschen sein: Sie sehen nur noch Jesus. Jesus aber kennen sie als Menschen, der ihnen nahe sein kann. Jeder Schrecken hört auf, wenn wir nur noch Jesus sehen. In diesem Sehen liegt aber auch unsere wichtigste Aufgabe als Menschen, als Jüngerinnen und Jünger Jesu.

Wir gehen unseren Weg durch diese Erdenzeit, wissend um unsere Geschöpflichkeit, aber auch darum, dass Gott uns liebt, jede und jeden von uns. Und wenn es zu anstrengend wird um uns, dann „sehen wir nur noch Jesus“, dann sind wir nie verlassen.

Wenn es uns als Frauen des Frauenmissionswerks gelingt, mit dieser zweifachen Blickrichtung durch die Fastenzeit zu gehen – von Gott geschaffen, geliebt, zu unseren Geschwistern gesandt – und im Blick auf Jesus fähig zur Liebe, wie Er sie uns vorgelebt hat, dann können wir ein frohes Ostern feiern.

Sr. Christeta Hess ADJC