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Gedanken zum Evangelium vom 3. Fastensonntag

Joh 2,13-25 und Mt 7,24-27 / Sr. Christeta Hess ADJC

Frauen aus Vanuatu bereiteten den Weltgebetstag 2021 vor und wählten das Matthäus Evangelium mit dem Schwerpunktthema: „Worauf bauen wir?“

Wo finden wir festen Stand? Wem vertrauen wir?

Das Thema des diesjährigen Frauengebetstages sprach mich an, in Verbindung mit dem Hungertuch gewann es große Aktualität. Da sind Frauen auf einer kleinen Insel im Pazifik, schon jetzt bedroht von der Überflutung der Insel, ihrer Welt, durch die steigende Höhe des Meeres. Zur steigenden Flut kommen die immer heftiger werdenden Wirbelstürme. Alles  Gefährdungen, die von Menschen verursacht werden, derzeit ohne jede Hoffnung auf Besserung. Wie sollen die Menschen in Vanuatu weiterleben, worauf ihr Leben aufbauen?

Worauf bauen wir, wenn es keinen festen Grund mehr gibt?

Das Hungertuch gibt dieser Frage brennende Aktualität. Zum Bauen brauche ich einen festen Grund, Stehen ist nicht möglich auf verwundeten, zerschmetterten Füßen. Wohin können Bewohnerinnen der Inseln ausweichen bei der heutigen Anti-Flüchtlingspolitik auch bei uns? Wo findet jemand Asyl, dessen Welt zerbricht? Und Auswanderung ist nicht gerade ein schönes Ziel, da muss eine Welt zerbrochen sein, ehe jemand jede Hoffnung auf die alte Heimat mit allem, was vertraut und gut war dort, aufgibt und Neues versucht.

Fester Stand, Hoffnung auf Aufbau scheinen vergeblich. Wem vertrauen wir dann noch? Wem kann ein Mensch überhaupt vertrauen, wenn so viele Sicherheiten sich als unsicher erweisen?

Im Evangelium dieses Sonntags hören wir von der Tempelreinigung. Jesus fordert die Herrschenden seiner Zeit heraus, stellt die geltende Ordnung auf den Kopf, unterwirft sich nicht den Autoritäten. Und als das geforderte Zeichen seiner Berechtigung dazu nennt er seine eigene, bevorstehende Auferstehung als die Wieder-Aufrichtung der richtigen Ordnung zwischen Mensch und Gott, ohne menschliche kleine Götter, wie wir sie alle kennen.

Vertrauen können wir nur auf den, der uns seine Hilfe verspricht, der uns liebt und uns erhält – nichts anderes ist es, worauf wir bauen können, dem wir vertrauen können. Er steht hinter uns, er gibt uns festen Stand, er gibt uns Zukunft.

Sr. Christeta Hess ADJC, Geistliche Beirätin