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Selbstbewusstsein und Akzeptanz für Frauen und Witwen

In der nigerianischen Gesellschaft, in der Polygamie (Mehrehe) vorherrscht, hat der Mann das Sagen: Jede einzelne seiner Frauen sieht es als Ehre an, für ihn zu sorgen; er besucht sie nach seinem Willen. Die Kinder wachsen zusammen auf und betrachten sich als Geschwister. Dabei hat die Frau jeweils für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen; dazu zählt insbesondere auch das Schulgeld, damit die Kinder – vor allem die Söhne – zur Schule gehen können. Dies erwirtschaftet sie aus dem Verkauf von Ernteprodukten, Trockenfisch oder Snacks auf dem Markt; die Männer arbeiten nur sporadisch, die Arbeitslosigkeitsrate in Nigeria ist sehr hoch.

Stirbt ein Mann, dürfen seine Witwen in den meisten Stämmen traditionell für vier bis sechs Wochen nicht das Haus verlassen. Es gibt weder fließendes Wasser noch Essensvorräte, selbst die Söhne – Töchter gelten in Nigeria als Last – dürfen ihr entzogen werden. Damit möchte man erreichen, dass auch die hinterbliebene(n) Frau(en) stirbt/sterben. Das kann sie vermeiden, indem sie sich einem der Verwandten ihres Mannes als weitere Frau verpflichtet, denn sie ist immerzu auf den Schutz eines Mannes angewiesen: Eine Frau darf weder ein Konto, noch Land besitzen.

SPENDEN ERMÖGLICHEN DIE GRÜNDUNG VON WITWENVEREINEN UND DIE VERGABE VON KLEINKREDITEN

Auf diese Gegebenheiten wurden wir vor einigen Jahren von den vor Ort lebenden Dernbacher Schwestern (Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi) aufmerksam gemacht. So entstand die Idee, einen Verein für die Frauen zu gründen – denn Vereine dürfen Konten besitzen. Mit Hilfe von Spenden aus Deutschland konnten wir bald in Garam in der Mitte Nigerias einen solchen „Witwenverein“ gründen, über den Witwen Kleinkredite beziehen können, mit denen sie sich eine Marktstelle mieten und ihre Snacks verkaufen können, um auf diese Weise für sich und ihre Kinder zu sorgen.

Bisher wurden alle für je ein Jahr ausgegebenen Kredite pünktlich zurückgezahlt, so dass wir weiteren Frauen Hilfe zusagen können. Inzwischen haben wir an allen fünf Niederlassungen der Schwesternkonvente Witwenvereine gründen können, die auch kirchlich anerkannt sind – das Projekt macht den Frauen Mut und schweißt sie zusammen. Gemeinsam schmieden sie neue Geschäftsideen.

Quelle: Sr.  M. Christeta Hess ADJC

„Nach dem Völkermord hatten wir gar nichts“, berichtet Clémence Dufitamahoro, Sprecherin der Witwen von Busasamana. „Wir waren völlig verzweifelt. Mit Hilfe des Frauenmissionswerks haben wir Häuser bauen können. Das hat uns Mut gemacht.“

Die Baumaterialien transportiert die Gemeinde in Eigenleistung. Auch die Lehmziegel werden selbst im Dorf hergestellt. „Die Frauen packen selbst mit an“, sagt Margret Dieckmann-Nardmann, Präsidentin des Frauenmissionswerks, die die Witwen in Ruanda regelmäßig besucht. „Sie schleppen Zement und Wasser zur Baustelle“, berichtet sie. „Es gibt keine Bagger. Die großen Felsbrocken müssen mit Händen aus der Erde gegraben werden.“

100 Häuser will die Gemeinde insgesamt errichten – 55 sind bereits fertig, weitere 10 werden gerade gebaut, soweit es die Mittel zulassen.

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