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Pfingstbrief 2020

von Margret Dieckmann-Nardmann

Ostbevern, 31.5.2020

Liebe Mitarbeiterinnen, Freunde und Freundinnen des Frauenmissionswerkes,

am Abend des ersten Pfingsttages 2020 möchte ich einen frohen Pfingstgruß senden, der angefüllt ist mit dem Wunsch, dass die Kraft dieses Festes, die Kraft des Geistes spürbar wird und auch zugleich die darin liegende Sanftheit und Milde, die Zartheit, ja Zärtlichkeit. Zumindest empfinde ich dieses an diesem für mich bedeutsamen Fest.

Für viele Menschen ist die Corona-Zeit eine belastende schwere Zeit, ich habe jedoch mit Staunen und Freude wahrgenommen, welche Ideen in den unterschiedlichen Lebensbereichen zutage traten, wie kreativ damit umgegangen wurde, welch frischer, neuer Wind teilweise aufkam. Auch im Frauenmissionswerk hat sich etwas getan, es war kein Stillstand, ganz und gar nicht. Dank Digitalisierung konnte kreativ weitergearbeitet werden, das Büro wurde neu besetzt, ein Team für die Bearbeitung der Homepage hat sich gefunden, einen Newsletter gibt es mittlerweile, eine Pressemitteilung zur Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Menschen in den Ländern des Südens wurde bundesweit an Tageszeitungen und Kirchenzeitungen verschickt und veröffentlicht.

Wir haben gute Spendenzugänge verzeichnen und damit Mädchen und Frauen in Nigeria, Ruanda, Kongo unterstützen können. Ein „Mehr“ geht selbstverständlich immer! Die Gelder sind inzwischen in allen Projektländern angekommen, für Lebensmittel verwandt, in Kinshasa für den Kauf von Masken und Lebensmitteln.

Dort hat Fr. Serge – auf Vorschlag hin – eine Frauenorganisation gegründet, einem Verein gleich, deren Mitglieder wiederum als Multiplikatorinnen fungieren und Informationen, u. a. Masken weitergeben. Drei Mädchen werden ausgebildet zur Schneiderin und Friseurin und werden nach ca. 12 Monaten ihren Lebensunterhalt besser und selbstständig bestreiten können.

Es gibt aus Ruanda einen neuen Antrag der Witwen, des Bischofs Anaclet und des Priesters Jean Paul, der für die Witwen zuständig ist. Das Projekt soll, wie schon in den Jahren von 2013 bis 2016, Witwenorganisationen der gesamten Diözese Nyundo fördern. Teams gingen damals zu den Frauengruppen in die 26 Pfarreien und schulten sie und informierten die Frauen über ihre Rechte in Erbangelegenheiten, gegen Gewalt, Schutz vor Infizierung mit HIV, Kenntniserlangung im Spar- und Darlehenswesen…. Sie forderten die Witwen dazu auf, Solidarität miteinander aufzubauen und einander moralisch, spirituell und materiell zu helfen. Diese Schulungen und den Kauf von Haustieren haben wir stark unterstützt und dadurch die Lebenssituation der Witwen verbessert. Ferkel wurden als rotierende Kredite gewährt, um die sozioökonomische Selbstständigkeit der Frauen zu stärken. Die Witwen erhielten einen Garten und wurden geschult in Landwirtschaft und Gemüseanbau.

Nun geht es im neuen Antrag darum, die Frauen an ihren Lebensstandorten zu befähigen ihre Belange selbstständig zu äußern, zu lernen, die vom Staat gewährten Programme zu nutzen, zu erkennen ein Recht darauf zu haben und sie gegebenenfalls einzufordern, als Bewohnerin des Ortes, der Gemeinde wahr- und ernstgenommen zu werden und für sich selber notfalls zu streiten. (Witwenrechte)

Auch die anderen bereits bekannten Projekte in Nigeria, Kongo, Ruanda, Bolivien laufen weiter, d. h. sollen weiter gefördert werden.

Zum Ende des Monats ist/war meine Projektreise nach Ruanda geplant und die Eröffnung eines Büros bei der Caritas in Kigali sollte konkretisiert werden. Die Reise wird voraussichtlich aufgrund der Corona Pandemie nicht stattfinden können. Diesbezüglich wird der Kontakt per Social Media weiterhin gepflegt.

Zum Ende eine Bitte: Über eine Rückmeldung, wie die PMF-Arbeit in den Diözesen in den letzten Wochen gelaufen ist, wie Kontaktpflege oder Öffentlichkeitsarbeit möglich war, was neu und überraschend war, welche Ideen gekommen sind, über das Übliche hinaus, würde ich mich freuen.

Mein Wunsch zu Pfingsten: Ziehen wir uns nicht zurück, sondern lasst uns gemeinsam weiter den Weg gehen, den viele Frauen vor uns gegangen sind für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt, insbesondere konkret für ein menschenwürdiges Leben von Mädchen und Frauen vor Ort und weltweit.

Dort, wo Bewegung ist, bewegt sich etwas!

Vielen Dank für alles Mühen und Tun und einen frohen Pfingstmontag wünscht

Margret Dieckmann-Nardmann

Komm, Heiliger Geist!

von Sr. Christeta Hess

Komm, Heiliger Geist!
Neun Tage lang
Eine Novene
Beten wir um den Heiligen Geist
Und wir wissen
Wie sehr wir ihn brauchen

So vieles ist gelähmt –
Er kann beleben
So vieles ist vertrocknet
Er kann erfrischen
So viele brauchen Trost
Er kann trösten

Er? In Jesu Sprache
Ist der Geist weiblich
Die Ruach ist der Wind,
ist aber auch die Brise, das Lüftchen

Ob weiblich, sächlich, männlich
Gott steht über solchen Festlegungen
Und Gott bringt uns Neues
Immer wieder

So lasst uns beten um den Heiligen Geist
Um Neues, um Leben
Um Erfrischung und Freude
Um Gemeinschaft und Freude

Wir werden nicht enttäuscht
Denn Jesus hat versprochen:
Ich sende Euch Heiligen Geist!

Sr. Cristeta Hess, 29.05.2020