Besuch von Noella Usabase aus Ruanda in Osnabrück am 2.August 2025
Am Samstag, dem 2.August besuchte Noella Usabase zusammen mit ihrer Tochter Perlah das Frauenmissionswerk im Bistum Osnabrück. Noella arbeitet als Psychologin in der Erzdiözese Kigali/ Ruanda und leitet das Teenagermütterprojekt des Frauenmissionswerkes.
Bisher hat sie in 7 Gemeinden 370 Teenagermütter therapeutisch betreut und geschult. Jede Frauengruppe besteht aus 25 jungen Müttern. Die Frauen werden geschult in Fragen der Hygiene, der Säuglingspflege, Ernährung und Verhütung. Sie werden über ihre Rechte, die Menschenrechte allgemein und auch über die Rechte von Kindern aufgeklärt. Gemeinsam sprechen die Frauen in ihrer Gruppe über die Probleme und suchen nach Lösungsmöglichkeiten. Wichtig erscheint dabei, dass die Frauen in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstwirksamkeit gefördert werden und so ermutigt werden, ihr Leben selbst aktiv zu gestalten. Die Schulung dauert 6 Monate. Danach besteht die Gruppe weiter und organisiert in Eigenverantwortung weitere Treffen. Jede Gruppe hat eine Sprecherin, eine Vertreterin und eine Frau für die Finanzen, die das gemeinsame Konto verwaltet.
Schwierig erscheint die finanzielle Situation der jungen Mütter, da die meisten Familien sie verstoßen haben und sie nun selbst für sich und ihr Kind sorgen müssen. Die meisten leben alleine in sehr kleinen und einfachen Wohnungen am Stadtrand.
Noella berichtete, dass einige Teenagermütter versuchen, die Schule fortzuführen und abzuschließen, andere suchten sich kleine Jobs, um Geld zu verdienen, z.B. Hilfe beim Transport von Bananen oder Mithilfe bei Gartenarbeiten. Es gibt auch die Möglichkeit eine Schneiderinnenausbildung zu machen. 38 junge Frauen haben diese Ausbildung inzwischen gemacht und ein Zertifikat erhalten. Dieses Zertifikat bedeutet eine größere Chance auf Arbeit in der Stadt und ist für die Frauen sehr wichtig. Eine junge Frau hat eine Ausbildung zur Autoschlosserin absolviert. Andere Frauen halten Ziegen, verkaufen die Milch und auch den Dung der Ziegen oder bieten Gemüse zum Verkauf an. Eine Frauengruppe möchte sich zu einer Kooperative zusammenschließen. Dennoch erscheinen die finanziellen Möglichkeiten für die jungen Frauen sehr begrenzt.
Es gibt sehr viele Teenagermütter in Ruanda und mit diesem Projekt kann leider nur ein Bruchteil der jungen Mütter erreicht werden, aber die Frauen, die bisher daran teilgenommen haben, sind durch das Training selbstbewusster und selbstständiger geworden. Sie haben eine kleine Chance auf ein besseres, selbstbestimmtes und auch glücklicheres Leben bekommen.
Ein Bericht von Andrea Sauer
