
Gott sei Dank!
Im Jahr 2016 hat Papst Franziskus den Gedenktag der hl. Maria von Magdala zum Fest in der katholischen Kirche erhoben.
Er hat damit die hohe Bedeutung dieser heiligen Frau gewürdigt, die als Zeugin und erste Botin der Auferstehung Jesu ausgesandt wurde, von Jesus ausdrücklich beauftragt, den Brüdern von dieser wichtigen Erfahrung zu berichten (Joh. 20,17.18.)
Feiern wir dieses Fest im freudigen Wissen darum als Frauen zur Verkündigung berufen zu sein – denn Jesus lebt und alle sollen Hoffnung haben.
Margret Dieckmann-Nardmann
Präsidentin Frauenmissionswerk
Instrumentalstück
Eingangslied: GL 365
Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein licht,
Christus, meine Zuversicht.
Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.
Kyrie KV GL 154
Herr Jesus, du rufst die Menschen dir zu folgen
Kyrie
Du sendest sie als deine Boten und Botinnen
Kyrie
Du gibst ihnen Mut dich zu bekennen.
Kyrie
Gloria GL 168 Gloria
Gloria, Gloria, in excelsis deo, Gloria, Gloria, Alleluja, Alleluja
Gebet
Gott, Vater und Mutter zugleich. Die hl Maria Magdalena hat den Auferstandenen gesehen und wurde beauftragt als erste den Jüngern zu verkünden, was er ihr gesagt hatte:
Gib auch uns den Mut zu bezeugen, dass Jesus Christus lebt in Dir, in mir und uns einlädt ins Leben zu gehen, uns vom Tod abzuwenden, uns dem Leben zuzuwenden.
Lesung: aus: Hohes Lied 3,1-4a
So spricht die Braut: Des Nachts auf meinem Lager suche ich ihn, den meine Seele liebt. Ich suchte ihn und fand ihn nicht. Aufstehen will ich und die Stadt durchstreifen, die Gassen und Plätze, ihn suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte ihn und fand ihn nicht. Mich fanden die Wächter bei ihrer Runde durch die Stadt. Habt ihr ihn gesehen, den meine Seele liebt? Kaum war ich an ihnen vorüber, da fand ich den, den meine Seele liebt.
Halleluja GL 175,2
Vers: Maria Magdalena, sag uns, was hast du gesehen?
Das Grab des Herrn sah ich offen, und Christus von Gottes Glanz umflossen.
Evangelium: Joh 20, 1-2 und 11-18
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat!
Maria stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Was suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, zeig mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni! Das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest! Denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.
Gespräch über die biblischen Texte in Kleingruppen oder… Bibel teilen oder Fürbitten
-für alle, die in den Kirchen Ämter und Aufgaben übernehmen Guter Gott, stärke sie
-für unsere Kirche, dass sie nicht nur den Dienst, sondern auch die Botschaft der Frauen zulässt Guter Gott, stärke sie
-für alle, die sich mit anderen solidarisch erklären, wo Not ist, sich für sie einsetzen und ihnen deine Liebe zeigen Guter Gott, stärke sie
-für kreative Menschen, die in Kunst und Literatur vielen Facetten des Lebens Ausdruck geben Guter Gott, stärke uns
-für Frieden in den vielen Krisen- und Kriegsgebieten der Erde
Guter Gott, stärke sie
-für unsere Verstorbenen, lass sie leben in Frieden. Amen.
Aktion mit Seilen:
Gabenlied GL 188, 1
Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen, nimm uns selber an mit Brot und Wein. Alles Mühen, Scheitern und Gelingen, wollen wir vertrauend dir, unserm Gott, weihn.
Sanctus
Sanctus, sanctus, sanctus dominus deus sabaoth, deus sabaoth
oder Du bist heilig, du bringst Heil
Vater unser
Abschlusstext
Auferstehung – Gottes Ja zum Leben
Jesus, der Auferstandene – Gottes Ja zum Menschen
und ausgestreckte Hand über die Grenze des Todes hinaus
Osterglaube-
hinter dem Schleier der Tränen
die ausgestreckte Hand sehen
den eigenen Namen hören
die Sendung verstehen und annehmen
Geh und verkünde:
Ich gehe hinauf zu meinem Vater
und zu eurem Vater (Charis Doepgen OSB)
Text
Maria von Magdala
Manchmal seh ich dich vor mir,
wie dich die Botschaft vom Leben
hüpfend und tanzend wegtrug vom Grab
und ich frage mich, wer wohl zuerst
in deinen noch tränennassen Augen
verwunderten Jubel las und in der Spur deiner
abgewischten Trauer die helle Freude.
Dann stell ich mir vor, ich wär dir begegnet,
mir hättest du dein „Er lebt!“ ins ungläubige Herz
gelacht und in schmerztaube Ohren dein Lebenslied gejubelt.
Und ich spür, wie mein Puls zu hüpfen beginnt,
wie dein unwiderstehlich strahlender Blick
durch Angst und Zweifel hindurch
mich leise mit Hoffnung ansteckt.
Und während ich in deinen Augen noch
nach dem Grund deiner Klarheit suche, sehe ich plötzlich den,
dessen lebenserweckender Blick
in dir selbst neues Leben entfacht hat.
( Susanne Ruschmann)
Segen
Geste einander stärkend eine Hand auf den Rücken legen
Sei gesegnet, meine Schwester, mein Bruder,
sei gesegnet auf deinem Weg.
So geh, lass Mut dein Lied sein.
Du hast Worte zu sagen auf deine eigene Weise
und Sterne, deine Nacht zu erhellen.
Gott, segne unsere Suche,
segne unseren Weg
segne unser Finden. Amen.
Schlusslied: GL 400 oder GL 456 oder…
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen, erzählen will ich von all seinen Wundern und singen seinem Namen. Ich lobe meine Gott von ganzem Herzen, ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir Halleluja.
Ich lobe Jesus Christus in meinem Leben, denn er ist gekommen auf unsere Erde und ist ein Mensch geworden. Ich lobe Jesus Christus in meinem Leben,. Durch ihn ist den Menschen die Hoffnung geschenkt. Halleluja.
verantwortlich: Frauenmissionswerk, Ravensteynstr. 26, 56076 Koblenz www.frauenmissiosnwerk.de
Maria Magdalena und die Auferstehung Jesu – und die Berichte darüber
Eigentlich ist es eine empörende Verleumdungsgeschichte, mitten in der Bibel, im Neuen Testament.
Da ist eine Frau, bei der Jesus einkehrt, deren Bruder er vom Tod zurückruft. Diese Frau steht mit der Mutter Jesu unter dem Kreuz – die Jünger sind weit weg. Sie geht am frühen Morgen des Ostersonntags – dem Tag nach dem Sabbat – zum Grab, um den Leichnam Jesu zu salben. Und sie begegnet dem Lebenden, spricht mit ihm, er sendet sie und andere Frauen zu den Jüngern, um ihnen diese gute Botschaft zu bringen. Die Jünger, die ja schon beim Kreuzweg und bei der Kreuzigung weggelaufen waren, glauben ihnen nicht „sie hielten das für Geschwätz“.
Irgendwann im frühen Mittelalter beschließt dann ein Papst, dass diese Frau eine Sünderin gewesen sein muss.
Und in den Paulusbriefen sieht man, was die Apostel als Lehre verkündigen – Paulus hat es so gelernt, dass Jesus zuerst dem Petrus erschien, dann den Zwölfen. Von den Frauen ist keine Rede. Paulus war ja nicht in Jerusalem dabei, aber er war auf die Vermittlung des Barnabas zu den Aposteln gegangen und hatte von ihnen gehört, was geschehen war bei Tod und Auferstehung, bzw. was sie erzählten.
All das ist lange vorbei. Die Benachteiligung der Frau, Ausschluss von Weiheämtern, das hat sich gehalten in der „Männeramtskirche“.
Die Wahrheit ist: Jesus hat keinen Mann geweiht, nicht von Ämtern in der Kirche gesprochen, im Gegenteil: er hat ausdrücklich davor gewarnt. Er hat Petrus zum Felsen der kommenden Kirche bestimmt, wobei er bestimmt nicht an Unfehlbarkeit und Ämter gedacht hat. Aber was er Frauen gesagt hat bzw. was Frauen von ihm gesagt haben, ist von der Prophetin Hanna an nicht überliefert worden, nur das, was etwa der greise Simeon gesagt hat.
Wenn jemand geehrt wird, dann ist es Maria, die Mutter Jesu – aber dann muss es schon eine Frau wie keine sonst sein, Jungfrau vor und nach der Geburt ihres Kindes. Nun ja.
Wir wissen, dass Maria Magdalena trotz der schlechtmachenden Überlieferung Jesus sehr nah war, dass sie viel mehr verstanden hat als die Jünger. Wir hören die Jünger und wissen, dass da noch mehr ist, als die Männer verstanden haben.
Gott ist allen gnädig, Männern und Frauen, und beide brauchen sein Erbarmen. Vielleicht wächst es auch in der Kirche irgendwann. Dazu helfe uns Gott.
Gedanken von Sr. Christeta Hess, ADJC, Koblenz
Maria von Magdala
Eine Frau ist die erste Zeugin der Auferstehung
Sie ist diejenige, die Jesus begleitet hat
Während seiner Wanderschaft durch Israel,
beim Passahmahl. Leiden und Tod.
Sie stand unter dem Kreuz und ging zum Grab.
Es wird berichtet, Jesus hat sie bei der ersten Begegnung geheilt.
Ihre intensive Beziehung zu Jesus
beschäftigte die Gemüter durch alle Jahrhunderte.
Sie geht mit ihm durch „Dick und Dünn“.
Als sie angesprochen wird am Grab, wendet
sie sich um. Warum muss sie sich umwenden?
Eigentlich müsste es Jesus tun, der sie anspricht.
Ist vielleicht eine andere Hinwendung-Zuwendung gemeint?
Öffnet sie sich vielleicht für die Berührung mit
Ihm?
Ist sie ganz offen für das Gesagte?
Die Folge, sie erkennt ihn und führt seine Auftrag „geh hin zu den Brüdern und verkünde!“ aus.
Diejenigen, die seinem Anruf antworten,
gehören zu Jesus.
